Geschichte

    Was ist eine Steelband / Steeldrum?
     
    Eine Steelband oder auch Steelorchestra ist eine Gruppe von Musikern, die hauptsächlich auf Steeldrums (auch Steelpan oder einfach Pan von engl. pan = Pfanne) spielt.
     
    Die Steeldrum (auch Steelpan genannt) ist ein Schlaginstrument (jedoch kein Perkussionsinstrument), das aus einem konkav gewölbten Stahlblech besteht, in das verschiedene Tonfelder eingearbeitet sind, um verschiedene Tonhöhen zu erzeugen. Steeldrums werden mit ummantelten Schlegeln gespielt und verfügen so über einen sehr weichen Klang.
     
    Das Instrument wurde auf Trinidad erfunden und ist dort das Nationalinstrument. Ursprünglich spielten Steelbands Calypso und Soca, inzwischen kann man von Klassik bis Rock alles auch in einer Steelband-Version finden. Die Steeldrum ist das einzige, bedeutende Instrument, das im 20. Jahrhundert erfunden wurde.
     
    Zum Carneval können Steelbands auf Trinidad über hundert Mitglieder gross sein. Beim Panorama im Queens Park Savannah in Port of Spain messen sie sich im musikalischen Wettkampf. Es wird in mehreren Kategorien die jeweils beste Band gekürt. In Trinidad und Tobago sind Wortspiele sehr beliebt, so heisst dieser Wettbewerb u.a. auch deshalb Panorama, weil im Wort Panorama auch das Instrument enthalten ist.
     
    Steelbands gibt es auch in Europa, zum Beispiel in Grossbritannien, Schweiz, Frankreich, Dänemark, Finnland und Deutschland.
     
     
    Aufbau
    Eine Steeldrum (Pan) wird aus einem oder mehreren Stahlfässern hergestellt. Höhere Stimmlagen kommen wegen der kleineren Tonfelder mit weniger Fässern aus als tiefere Stimmlagen. So bringt das Instrument der höchsten Stimmlage (Single Tenor, Soprano, Melody, Ping-Pong) 24 bis 29 Töne (also mindestens zwei Oktaven) in einem einzigen Fass unter. Die tiefste Stimmlage, der Bass, hat in einem Fass nur Platz für drei bis vier Töne. Deshalb besteht ein Bass aus vielen Fässern. Üblich sind sechs, neun oder zwölf Fässer (Six Bass, Nine Bass, Twelve Bass). Es ist möglich, bis zu 34 Töne auf einer Steeldrum unterzubringen.
     
    Weitere Instrumente sind (nach Tonhöhe geordnet) z. B.:
    • Double Tenor 
    • Double Second/Alto 
    • Double Guitar
    • Triple oder Quadro Cello.
     
    Die Oktaven sind chromatisch, so dass alle Tonarten der wohltemperierten Stimmung gespielt werden können. Verbreitet sind auch pentatonische Stimmungen. Pans für nur eine Tonart sind selten.
     
    Die Steeldrum ist ein Idiophon mit festgelegten Tonfeldern bestimmter Höhe. Die Tonfelder werden mit Klöppeln aus Holz oder Stahl geschlagen, die an ihrem Spielende mit Gummi umwickelt oder bespannt sind.
     
     
    Herstellung
    Bei der Herstellung wird zunächst der Fassboden konkav nach unten getrieben. Nachdem die Tonfelder angezeichnet wurden, wird zwischen den Tonfeldern weiter abgesenkt, sodass die Tonfelder eben oder leicht konvex stehen bleiben. Die auftretenden Spannungen im Metall werden anschliessend durch Erhitzen gelöst. Danach werden die Töne durch Hämmern von der Ober- und Unterseite gestimmt. Im Unterschied zu anderen Instrumenten müssen bei der Steeldrum die Obertöne extra gestimmt werden. Die Schwingung der ganzen, in der Regel ovalen Tonfläche ergibt den Grundton, die Enden in Längsrichtung müssen in der doppelten Frequenz, also der Oktave, schwingen. Quer wird meist die Oktave plus Quinte (dreifache Frequenz des Grundtones) oder die Oktave plus grosser Terz (zweieinhalbfache Frequenz) gestimmt.
     
     
    Geschichte
    Das Instrument wurde auf Trinidad erfunden und ist dort das Nationalinstrument. In diesem Inselstaat spielt die Erdölproduktion eine wichtige Rolle und hat erheblich zur Industrialisierung des Staates beigetragen. Somit entstanden die ersten Steeldrums aus gebrauchten Ölfässern, die es in Trinidad im Überfluss gab. Das Instrument verbreitete sich schnell in der gesamten Karibik, da die Grundmaterialien zur Herstellung dort kostengünstig (teilweise als Schrott) verfügbar waren. Ursprünglich spielten Steelbands Calypso und Soca, inzwischen kann man von Klassik bis Rock alles auch in einer Steelband-Version finden.
     
    Steelpans aller Stimmlagen kommen vor allem in Steelbands zum Einsatz. Als einzelne Pan in einer Gruppe mit anderen Insrumenten lassen sich vor allem die hohen Melodieinstrumente „Tenor“ und „Double Tenor“ verwenden. Die Bezeichnung „Tenor“ ist historisch bedingt, dem Tonumfang entsprechend wäre die Bezeichnung „Sopran“ richtig.
     
    Verbreitet sind pentatonische Instrumente, geeignet für meditatives Spiel und zur Entspannung, für den Einsatz in einer Band sind diese Instrumente aufgrund ihres eingeschränkten Tonvorrates eher ungeeignet.
     
    Die Steelpanklänge, die man in Popmusik, Werbung usw. hört, stammen in der Regel von Keyboards. Der Klang der Steelpan lässt sich elektronisch relativ gut imitieren.
     
    Die Steeldrum ist eines der wenigen bedeutenden Instrumente, die im 20. Jahrhundert erfunden wurden. Als eine Weiterentwicklung der Steeldrum ist u. a. das Hang zu erwähnen.
     
     
    Spiel
    Mit musikalischen Vorkenntnissen kann man das Spiel auf der Steelpan selbstständig erlernen, im Gegensatz zu Geige oder Trompete, wo man für die richtige Technik auf einen kompetenten Lehrer nicht verzichten kann. Die Steelpan ist für Erwachsene, die ein Instrument erlernen und in einer Gruppe spielen wollen, gut geeignet.
     
     
    Selbstbau
    Es gibt ein Handbuch „Steelpan building and tuning“ (auf englisch) von Ulf Kronman, herausgegeben vom Stockholmer Musikmuseum kostenlos im Internet herunterzuladen, in dem der Bau beschrieben ist. Als Zeitaufwand für ein Instrument muss man mit einer Woche Arbeit rechnen, aber ohne ausreichende Erfahrung gelingen keine wohlklingenden Instrumente: Die ersten fünf Versuche muss man als unbrauchbar rechnen, die erforderliche Erfahrung für gute Instrumente wird zwischen 5 und 10 Jahren angegeben.
     
     
    Dieser Artikel basiert auf dem Artikel Steelband + Steeldrum aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation. In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren bzw. hier verfügbar.
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