|
Die Insel liegt wenige Kilometer vor Venezuela und dem südamerikanischen Kontinent - östlich der Halbinsel Paria (durch den Golf von Paria getrennt) und nördlich des Orinoco-Deltas (getrennt durch die Meerenge Boca de la Serpiente). 30 km nordöstlich befindet sich die Insel Tobago.
Die Insel Trinidad ist im Unterschied zu den übrigen Inseln der Region nicht vulkanischen Ursprungs, sondern war einst ein Teil des südamerikanischen Festlandes. Ihre Oberfläche ist stark strukturiert: Auf der 4821 km² grossen Insel Trinidad gibt es drei von Ost nach West verlaufende Gebirgszüge, die bis zu 940 m Cerro del Aripo aufragen. Im Norden herrscht Regenwald, im Süden Savanne bzw. Kulturland vor. Das tropische Klima prägen Tagestemperaturen von rund 30°C, nachts fällt die Temperatur auf 20°C. Der Hauptteil des mit 2000 mm moderaten Jahresniederschlags geht zwischen Juni und Oktober nieder. Zwischen der venezuelanischen Halbinsel Paria im Westen und der nordwestlichen Halbinsel Trinidads im Osten liegen die kleinen Inseln Chacachacare, Huevos und Monos. Südlich der nordwestlichen Halbinsel befinden sich Gaspar Grande und die kleinen Diego, Carrera (eine Gefängnisinsel) und die Five Islands.
Bevölkerung Nach der letzten Volkszählung im Jahre 2000 gab es auf Trinidad und Tobago 1.262.366 Einwohner. Da das jährliche Bevölkerungswachstum um 0,3 % bis 0,4 % beträgt, dürfte es am Ende des Jahres 2006 ca. 1.285.000 Einwohner gegeben haben. Danach ist die Bevölkerungsdichte 251 pro km². 50 % der Bevölkerung auf Trinidad sind Nachfahren von afrikanischen Sklaven. Etwa 40% sind Nachfahren indischer Kontraktarbeiter, weitere etwa 10% sind Nachfahren von Menschen anderer Herkunft. Neben den Christen, die etwa 40,3 % (29,4 % Katholiken, 10,9 % Anglikaner) ausmachen, gibt es etwa 23,8 % Hindus, 5,8 % Muslime sowie kleine jüdische Gemeinden.
Die Hauptstadt von Trinidad und Tobago ist Port-of-Spain. Die grösste Stadt hingegen ist Chaguanas mit mehr als 72.000 Einwohnern. Neben Englisch, der Amtssprache des Staates Trinidad und Tobago, werden auch Französisch, Spanisch, Hindi, Chinesisch und Kreolisch (Patois) gesprochen.
Sowohl Trinidad als auch Tobago wurden ursprünglich von Indianern südamerikanischen Ursprungs bewohnt. Die Erstbesiedelung Trinidads durch Jäger und Sammler fand vor mindestens 7000 Jahren statt, ist somithin die am frühesten besiedelte Insel der Karibik. Ackerbau und Viehhaltung sowie die Verwendung von Keramik ist seit ungefähr 250 v. Chr. belegt und verbreitete sich von dort aus über die Kleinen Antillen. Zur Zeit des Erstkontakts mit Europäern lebten auf Trininad arawakisch sprechende Volksstämme wie Nepoya und Suppoyo sowie karibische Gruppen. Tobago dagegen wurde von Insel-Kariben und Galibi bewohnt.
Christoph Kolumbus erreichte die Insel Trinidad am 31. Juli 1498. Wegen ihrer drei markanten Bergspitzen benannte er sie nach der Dreifaltigkeit. Aber erst 1592 liessen sich spanische Siedler auf der Insel nieder. Hauptwirtschaftszweige waren der Anbau von Kakao und Tabak. 1797 übernahmen die Briten die Kontrolle über Trinidad. Der Inselstaat war früher ein Zentrum der Sklaverei. Die Vergangenheit spiegelt sich heute noch in den Namen der Einwohner. Viele tragen die englischen Vornamen, mit denen ihre Vorfahren gerufen wurden, nun als Familiennamen. Beispiele hierfür sind die Fussball-Nationalspieler Stern John und Kelvin Jack. Im 2. Weltkrieg war Trinidad der grösste alliierte Militärstützpunkt in der Karibik, da es eine wesentliche Rolle in der U-Boot-Bekämpfung im Atlantik und in der Karibischen See spielte. In dieser Zeit entstanden die Grundlagen für die heutige Infrastruktur und Industrie der Insel. 1958 wurde Trinidad und Tobago unabhängig von Grossbritannien als Teil der Westindischen Föderation, deren Hauptstadt Port-of-Spain war. Die Föderation zerbrach aber schon 1962; am 31. August wurde Trinidad und Tobago endgültig unabhängig. Zunächst war das Land eine Monarchie unter Elisabeth II., seit 1976 ist es eine präsidiale Republik im Rahmen des britischen Commonwealth. 1990 stürmten 114 Mitglieder von Jamaat al Muslimeen, einer muslimischen Rebellengruppe unter der Führung von Yasin Abu Bakr (eigentlich: Lennox Phillip), das Parlamentsgebäude „Red House“ und die damals einzige Fernsehstation von Trinidad und Tobago. Dort hielten sie sechs Tage lang Beamte als Geiseln, bevor sie aufgaben. Der Nationalfeiertag ist der 31. August. Wirtschaft
Ursprünglich wurden in Trinidad Zuckerrohr und andere Plantagenpflanzen für den Export angebaut. Heute gibt es noch Zucker- und Kakaoanbau. In jüngster Zeit wurden immer mehr landwirtschaftliche Produkte für den Eigenbedarf angebaut. Die Forstwirtschaft beschränkt sich auf den Abbau von Teak und einigen anderen Tropenhölzern. Der wenige noch vorhandene tropische Regenwald wird geschont.
Seit Beginn der kommerziellen Erdölförderung 1910 sind Förderung und Verarbeitung von Erdöl und Erdgas die wichtigsten Wirtschaftsbereiche. Billige Energiequellen werden für die Metallverhüttung genutzt. Auf Trinidad befindet sich das grösste natürliche Asphaltvorkommen der Welt, der so genannte Pitch Lake. Port-of-Spain besitzt den wichtigsten Hafen der Insel. Wichtig für die Entwicklung der Insel war die Förderung von Erdöl. Daraus ist eine ganze Industrie (Erdgasverflüssigung u. a.) entstanden. Trinidad ist die am meisten industrialisierte Insel der Karibik. Neben der petrochemischen Industrie gibt es viele Betriebe der Nahrungsmittel- und Leichtindustrie für den lokalen Bedarf und die Versorgung der Nachbarinseln. Die Industrie ist z. T. staatlich, aber überwiegend privat. Viele Staatsbetriebe wurden in den letzten Jahren privatisiert.
Der Dienstleistungssektor ist geprägt von Finanzdienstleistern wie Banken, Versicherungen sowie von vielen Gross- und Einzelhandelsbetrieben. Es gibt eine nationale Fluggesellschaft, die Caribbean Airlines, und zwei Verkehrsflughäfen, den Flughafen Piarco auf Trinidad in der Nähe von Port-of-Spain und den Flughafen Crown Point auf Tobago. In Tobago besteht ein ausgeprägter internationaler Tourismus. Auf der gesamten Insel herrscht Linksverkehr. Staatsausgaben
Der Staatshaushalt umfasste 2009 Ausgaben von umgerechnet 7,5 Mrd. US-Dollar, dem standen Einnahmen von umgerechnet 6,0 Mrd. US-Dollar gegenüber. Daraus ergibt sich ein Haushaltsdefizit in Höhe von 6,4 % des BIP.[4]
Die Staatsverschuldung betrug 2009 6,1 Mrd. US-Dollar oder 26,0 % des BIP.[4] Kultur Der Literaturnobelpreisträger V. S. Naipaul stammt aus Trinidad. Er wurde am 17. August 1932 in Chaguanas geboren und lebt seit 1950 in Grossbritannien. Eine weitere wichtige Person aus diesem Land ist C. L. R. James, der als marxistischer Autor und Kulturkritiker in der Schwarzenbewegung sowie in der Panafrika-Bewegung eine zentrale Rolle spielte und mit ihm Henry Sylvester Williams (1869-1911), der das Wort Panafrikanismus prägte und den Ersten panafrikanischen Kongress in London 1900 organisierte. Die Liste der olympischen Medaillengewinner aus Trinidad und Tobago zeigt, dass auf den beiden Inseln hervorragende Sprinter zu Hause sind. Aus Tobago stammt der Fussballspieler Dwight Yorke, der bei Manchester United spielte.
Die Steel Pan, ein zu einem Musikinstrument ausgebautes Stahlfass, ist das nationale Musikinstrument, der Calypso und die daraus entstandenen Soca, Rapso und Chutney haben ihre Heimat ebenfalls in Trinidad and Tobago. Trinidad ist auch für seinen Karneval sehr bekannt, dieses kulturelle Ereignis steht in seiner Grösse und Farbenpracht dem Karneval in Rio de Janeiro in nichts nach.
Sport Der Nationalsport auf den beiden Inseln ist Cricket. Im März und April 2007 fand erstmals eine Cricketweltmeisterschaft in der Karibik statt. Einige Spiele der Vorrunde wurden im Stadion Queens Park in Port-of-Spain ausgetragen. Die Fussballnationalmannschaft von Trinidad und Tobago (auch Soca Warriors genannt) qualifizierte sich am 16. November 2005 zum ersten Mal für eine Fussballweltmeisterschaft und nahm an der Endrunde in Deutschland teil. Nationaltrainer war der Niederländer Leo Beenhakker, ihr Quartier bezog die Mannschaft in Rotenburg (Wümme). Sie schied nach einem 0:0 gegen Schweden, einer 0:2 Niederlage gegen England und einer 0:2 Niederlage gegen Paraguay in der Vorrunde aus, übertraf jedoch vor allem in den Spielen gegen England und Schweden mit ihrer Widerstandskraft die meisten Erwartungen. Trinidad und Tobago ist bisher das kleinste Land, das an einer Fussballweltmeisterschaft teilgenommen hat. In Trinidad und Tobago findet die U-17-Fussball-Weltmeisterschaft der Frauen 2010 statt. Dieser Artikel basiert auf dem Artikel Trinidad + Tobago aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation. In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar. Bilder: Sandro Moccetti |

